| Gelbe Seiten waren gestern – Handwerkermarketing ist heute

Gelbe Seiten waren gestern – Handwerkermarketing ist heute


Ein Gastbeitrag von Christoph Pöpperl

 

Der Bau boomt. Die Auftragsbücher sind voll und das wird sich wohl auch in naher Zukunft kaum ändern. Warum also sollte ein Handwerksbetrieb Marketing betreiben? Und wie lässt sich die Aufgabe in den ohnehin stressigen Alltag integrieren?

Eine gute Außendarstellung deines Betriebs ist das A und O, wenn es darum geht, Aufträge an Land zu ziehen – und zwar nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft. Dabei gilt: Marketing ist kein Projekt. Anders als bei einem Kundenauftrag gibt es dabei keine feste Laufzeit und kein endgültiges Ziel. Marketing läuft einfach mit – genau wie die Buchhaltung.

Doch keine Sorge, du musst nicht den halben Tag damit verbringen, Werbeaktionen zu planen. Im Prinzip genügen fünf leicht umsetzbare Maßnahmen, mit denen du in Eigenregie oder gemeinsam mit Fachleuten deine Außenkommunikation auf die nächste Stufe hebst.

Fünf nützliche Marketing-Maßnahmen für Handwerksbetriebe

 

  • Google MyBusiness
  • Die professionelle eigene Webseite
  • Social Media
  • Content Marketing
  • Personalmarketing

Die Handwerkersuche ist längst digitalisiert. Neun von zehn Kund:innen suchen inzwischen online nach einem Betrieb für ihr Bauvorhaben. Wer noch darauf hofft, in den Gelben Seiten oder durch Das Örtliche gefunden zu werden, vergibt ein riesiges Potenzial. Allerdings ist es wenig sinnvoll, einfach aus dem Bauch heraus einen Internetauftritt anzulegen. Vielmehr braucht es ein gutes Verständnis der eigenen Ausgangslage, außerdem eine Zielsetzung und einen Plan, wie man sein Ziel erreichen will. Hierzu geht man am besten in vier Schritten vor: Analyse, Strategie, Entwicklung, Optimierung.

Steht der grundlegende Plan, geht es an die Auswahl und Gestaltung der konkreten Maßnahmen.

1 Analyse

Was macht mich aus? Wer ist mein Wettbewerb?

2 Strategie

Welche Kunden will ich erreichen? Welche Produkte/Leistungen will ich vertreiben?

3 Entwicklung

Welche Maßnahmen eignen sich am besten für mich?

4 Optimierung

Schritt für Schritt das Marketing verbessern.

1 Google MyBusiness

MyBusiness ist eine komplett kostenlose Plattform von Google. Sie ersetzt praktisch eins zu eins die Gelben Seiten und ist kinderleicht zu bedienen. Wer ein Android-Handy nutzt, hat ohnehin schon den entsprechenden Account. In kurzer Zeit ist ein kleiner Steckbrief des Unternehmens aufgebaut, der die wichtigsten Informationen enthält. Dabei ist es sinnvoll, den potenziellen Kund:innen möglichst viele Kontaktmöglichkeiten wie etwa Handynummer, Festnetznummer, Kontaktformular und E-Mail-Adresse zu bieten und so die Hürde zur Kontaktaufnahme zu senken.

Der Weg vom ersten Interesse zum erteilten Auftrag ist in MyBusiness recht linear. Die Leute googeln zuallererst und sehen sich die Bewertungen der in Frage kommenden Betriebe an, um eine Vorauswahl zu treffen. Von dort gelangen sie zur Unternehmenswebseite oder nehmen gleich über den MyBusiness-Auftritt Kontakt auf.

Bewertungen spielen also eine wichtige Rolle im Google-Universum. Sie schaffen Vertrauen – die härteste Währung von allen. Dabei sollten sie natürlich vor allem positiv und gleichzeitig ehrlich sein. Hilfreich ist hier, dass MyBusiness es ermöglicht, Bewertungen proaktiv von Kund:innen anzufragen.

 

Dabei ist der Zeitpunkt entscheidend – weise zufriedene Kunden also besser im Rahmen eines positiven Nachgesprächs darauf hin als bei Übergabe der Rechnung.

Fazit: Google MyBusiness ist einfach bedienbar und bringt zahlreiche Vorteile, wie einfachere Kontaktaufnahmen und Aufbau von Vertrauen. Das kann und sollte jeder in die eigene Hand nehmen.

2 Die eigene Webseite

Natürlich kann man auch eine Unternehmensseite auf Facebook anlegen. Doch eine klassische Webseite ist weitaus seriöser. Am besten mit der deutschen .de-Domain. So ist der Internetauftritt genauso „made in Germany“ wie die Wertarbeit, die man anbietet.

Inhaltlich muss eine Webseite in jedem Fall authentisch sein und die Sprache der Kund:innen sprechen. Technische Details, die unter Fachleuten gängig sein mögen, können eher verwirren. Darüber hinaus sollte die Seite stets aktuell sein. Denn wenn die neueste Meldung die Weihnachtsfeier von vor drei Jahren behandelt, macht das nicht gerade den Eindruck eines lebendigen Betriebes. Außerdem ist die Aktualität der Seite auch für das Ranking innerhalb von Google wichtig – besser gepflegte Seiten landen in der Suche weiter vorn.

Und es gibt noch mehr zu beachten. Relevant muss die Seite sein. Das bedeutet, dass Interessent:innen auf ihr genau das finden, was sie suchen. Für Mobilgeräte sollte die Seite auch optimiert sein, denn der Großteil der Zugriffe auf Webseiten erfolgt heutzutage von Smartphone oder Tablet aus. Und damit potenzielle Auftraggeber:innen den Überblick nicht verlieren, gehört ein einfaches und übersichtliches Navigationskonzept dazu.

 

 

Fazit: Die Ansprüche an die Webseite sind hoch, aber wenn sie erfüllt werden, bringt die Seite einen großen Mehrwert. Daher ist es mehr als ratsam, Aufbau und Pflege weitgehend Profis zu überlassen.

3 Social Media

Du musst Social Media nicht gut finden, aber die meisten Leute tun das. Und wenn du sie erreichen willst, wirst du nicht umhinkommen, eine Social-Media-Präsenz aufzubauen. Aber auch hier gilt: Ohne Plan und Ziel kein langfristiger Erfolg. Eine Facebook-Seite allein hilft nicht weiter, es kommt darauf an, was man dort präsentiert und wen man erreicht.

Social-Media-Kanäle

Facebook

  • Alter der Community: etwa 30 bis 60 Jahre
  • Vorteile: viel Interaktion, Verlinkungen nach außerhalb einfach möglich

 Instagram

  • Alter der Community: etwa 25 bis 40 Jahre
  • Vorteile: vor allem Bilder und Videos können gut präsentiert und verbreitet werden

WhatsApp Business

  • Vorteile: kann auf bis zu vier Endgeräten installiert werden, macht die Kontaktaufnahme einfacher und seriöser

 

 

Fazit: Es ist ganz entscheidend, sich den passenden Social-Media-Kanal zu suchen, denn je nachdem, wen ich erreichen will, muss ich mich dem Nutzungsverhalten der Zielgruppe anpassen. Unterstützung von Profis ist eine gute Idee, aber vieles ist auch selbst machbar. Am besten schaust du dich auf erfolgreichen Profilen vergleichbarer Betriebe um und holst dir dort Inspirationen.

 

4 Content Marketing

Vereinfacht könnte man Content Marketing auch „Werbung durch Inhalt“ nennen. Stell dir selbst die Frage, wie gern du klassische Werbung siehst oder hörst, in der vor allem Betriebe und Produkte gelobt werden. Viel wertvoller ist Marketing, wenn es informiert und der Zielgruppe einen Mehrwert bietet.

Früher bedeutete Social-Media-Content meist Zeitvertreib und leichte Unterhaltung. Doch die Zeiten von Katzenvideos und Sinnsprüchen sind längst vorbei. Stattdessen erwarten Nutzer:innen zunehmend Inhalte mit Bezug zum Thema. Stößt ein:e Kund:in auf deinen Kanälen auf Inhalte mit Mehrwert, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er oder sie dir eine Anfrage schickt. Berichte von der Baustelle, am besten solche, in denen die Verantwortlichen der Firma ihr Gesicht zeigen, bauen Nähe zu Kund:innen auf.

Fazit: Richtig aufgezogen ist Content Marketing eine schlagkräftige und nachhaltig funktionierende Marketing-Maßnahme. Für den Start eines solchen Vorhabens solltest du dir Unterstützung von Fachleuten holen, bis du dich selbst sicher genug für diese Aufgabe fühlst.

5 Personalmarketing

Der Fachkräftemangel ist nicht erst seit gestern ein Thema und wird uns wohl auch noch eine Weile begleiten. Es war also noch nie so wichtig wie heute, dafür zu sorgen, dass gute Leute im eigenen Betrieb arbeiten wollen – egal ob potenzielle Auszubildende oder Fachkräfte mit jahr(zehnt)elanger Erfahrung. Zeig‘, was euer Team zu einem macht, in dem man mitarbeiten will. Zeig‘ deine hochwertigen Projekte.

Auch hier entscheidet die Auswahl des richtigen Kanals über den Erfolg. Bist du auf der Suche nach Auszubildenden, macht es wenig Sinn, noch in einer Tageszeitung zu inserieren. Potenzielle Auszubildende werden sie vermutlich nicht lesen – bestenfalls ihre Eltern. Hier könnte Instagram beispielsweise der viel besser passende Kanal sein.

Fazit: Wer neue Mitarbeiter:innen gewinnen und die Belegschaft dauerhaft motivieren will, kommt an digitalem Personalmarketing nicht vorbei.

 

Unterm Strich…

…darf man nicht vergessen: Egal, wie digital der Kontakt und die Kommunikation zum Kunden sind, hinter all den Klicks und Kanälen verbergen sich noch immer Menschen. Die Inhalte müssen nach wie vor für „Menschen wie du und ich“ verständlich und interessant sein. Je früher du damit anfängst, desto besser.

Über Christoph Pöpperl

Christoph Pöpperl ist Marketing-Fachwirt (IHK) und Gründer von isymarketing, einer Agentur für digitales Marketing. Er hat langjährige Erfahrung als Digitalexperte und Marketingleiter in der Baubranche. Gemeinsam mit seinem Team erarbeitet er schrittweise maßgeschneiderte Strategie-Konzepte für Unternehmen.

Weitere Infos

Homepage: https://isy.digital/
Facebook: www.facebook.com/oisisymarketing
Instagram: https://www.instagram.com/isymarketing/

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