Wie kann ich mich in meiner Region engagieren?


Gerade im Handwerk spüren viele eine enge Verbindung zu ihrer Heimatregion – wir auf dem Dach sind da keine Ausnahme. Da stellt sich die Frage, wie man sich noch ein wenig besser für die Heimatregion engagieren kann. Denn eins ist klar: Wenn es richtig angegangen wird, profitieren vom Engagement in der Region alle.

Selbst im Handwerk sind die Zeiten vorbei, in denen eine starre 40-Stunden-Woche als unangefochtene Selbstverständlichkeit galt. Work-Life-Balance heißt das Zauberwort, das generationenübergreifend an Bedeutung gewinnt. Deswegen überrascht es nicht, dass sich Elternzeit und flexible Arbeitszeitmodelle von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit erfreuen.

Für Betriebe liegt darin sogar eine Chance, als Arbeitgeber an Attraktivität zuzulegen. Das ist in Zeiten, in denen im Dachhandwerk Fachkräfte händeringend gesucht werden, essenziell.

Der Kunde legt bei seinem Bauprojekt Wert auf Nachhaltigkeit – bis zur Dacheindeckung. Wie kann der Dachdecker beraten und woher kann er sein Wissen beziehen?

 

Ärger und Stress auf der Baustelle belasten nicht nur die körperliche Gesundheit der im Handwerk Tätigen. Unstimmigkeit und Unzufriedenheit kratzen auch an der Psyche. Doch dagegen kann man sich wappnen.

Das Handwerk wird auch in Zukunft davon leben, dass man die Arbeit vor Ort und von Hand erledigt. In der Vorbereitung und Dokumentation, beim Planen und Abstimmen dagegen lassen sich bereits viele Tätigkeiten problemlos digitalisieren. Hier kannst du durch zeitgemäße Software und durchdachte Methoden viel Zeit und Mühe sparen.

Der Sommer steht vor der Türe: Sehr zur Freude zahlreicher Sonnenanbeter, Urlaubsbedürftiger und Biergartenliebhaber. Doch nicht jeder brät freiwillig in der Sonne, bei einigen verlangt dies der Beruf. So sind Dachdecker:Innen während der Arbeit im Sommer einiger Gefahren ausgesetzt, darunter UV-Strahlung, Hitzestress und Dehydierung. Bei hohen Temperaturen können die Bedingungen am Dach extrem sein. Wie kann man sich schützen und bestmöglich vorbereiten?

Ein Gastbeitrag von Julian Wiedenhaus

Seien wir mal ehrlich, Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Was zählt, ist, Freiräume zu gewinnen – für Baustellen, Familie und strategisches Unternehmertum. Das erfordert clevere Tools genauso wie die notwendige Offenheit für Veränderungen.

Ein Gastbeitrag von Karl-Heinz Krawczyk

 

Netzwerke aufbauen, Synergien nutzen, Digitalisierung vorantreiben – alles Vorschläge, die man schon dutzendfach gehört hat. Aber haben sie auch Bedeutung im Dachhandwerk? Ganz klar: ja!

Bei der neuen Koalition genießt der Umwelt- und Klimaschutz höchste Priorität, das Thema „Erneuerbare Energien“ rangiert weit oben. Und die in Berlin diskutierten Pläne lassen bei so manchem Hausbesitzer und Immobilienkäufer bereits die Alarmglocken schrillen, denn eine Sanierung im Sinne des Umweltschutzes bedeutet auch immer, dass man Geld in die Hand nehmen muss. Höchste Zeit also, sich auch um die sich bietenden Chancen zu kümmern, die in den Plänen stecken.

Ein Gastbeitrag von Lukas Büdenbender

Die Digitalisierung des eigenen Betriebes hatte Lukas Büdenbender sich einfacher vorgestellt – tatsächlich gestaltete sie sich anfangs sehr holprig. Das richtige Tool war nicht einfach zu finden – deswegen erstellte er sich sein eigenes. Eine Entwicklungsgeschichte.

Nachdem ich meine Ausbildung als Dachdecker abgeschlossen hatte, habe ich im Jahr 2017 noch meinen Masterabschluss an der CBS International Business School absolviert. Damit war der Grundbaustein für die Weiterführung des Familienbetriebs gelegt. Euphorisiert durch das Studium und voller neuer Ideen, wie man nicht am besten ein Unternehmen führen sollte, bin ich nach dem Studium in den elterlichen Betrieb eingestiegen.

Ich hatte aberwitzige Ideen, wie das papierlose Büro und vieles anderes. Allerdings wurde ich schnell durch die Realität ausgebremst und auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Mein Vater hat alle meine Pläne unterstützt, aber wie das so ist mit theoretischen Ideen, war die Umsetzung in der Praxis  teilweise einfach irrsinnig. So fing auch die Digitalisierung unseres Betriebs zu Beginn sehr holprig an.

Verlust wertvoller Informationen verhindern

Die bestehenden Prozesse waren natürlich, wie in den meisten Handwerksbetrieben auch, heute noch, sehr analog. Insbesondere die Koordination und Kontrolle der Baustellen fand entweder dadurch statt, dass wir vor Ort waren und uns die Baustelle angeschaut haben oder dadurch, dass unsere Poliere uns jeden Abend erzählt haben, was sie den Tag über getan hatten. Bei 17 Kolonnenführern, kann man sich vorstellen, was für ein dickes Ohr man am Ende des Tages hat. Das Ganze musste doch auch einfacher gehen!

Die größten Herausforderungen bestanden in dem Informationsverlust und der Unsicherheit auf der Baustelle. Die Baubranche ist oftmals eine BAUCHbranche! Die meisten Beteiligten kennen lediglich Schätzdaten und den dicken Daumen.

Erst nach Ende eines Bauprojektes wird abgerechnet. Kalkuliert wird bei den meisten noch im Kopf! Nach der Arbeit telefoniert der Polier mit mir und beschreibt, was er den ganzen Tag über erledigt hat. Diese Information haben jetzt aber nur wir beide in unseren Köpfen gespeichert, wenn sie nicht schon am nächsten Tag wieder vergessen sind, weil noch weitere Arbeiten betreut wurden.

Auch Fotos werden über Messenger Dienste schnell verschickt, wenn nicht sogar nur zwischen zwei Personen ausgetauscht und verschwinden in der schieren Masse an weiteren Bildern auf dem Smartphone. Wichtige Informationen gehen verloren oder werden nicht zwischen den Projektbeteiligten geteilt. Es gibt keinen objektiven und aktuellen Überblick über das gesamte Projekt, geschweige denn langfristig gesicherte Daten.

Leistungen digital nachweisbar machen

Wie oft musste ich in den ersten Jahren mitbekommen, dass wir für die Leistung, die wir erbracht haben nachher nicht entsprechend bezahlt wurden, weil irgendwelche Nachweise nicht da waren oder der Gegenüber einfach darauf spekuliert hat, dass wir uns schon einigen werden, da wir teilweise unsere Arbeit schlicht und ergreifend nicht mehr beweisen konnten. Kein Handwerksunternehmen sollte seine Leistung abschätzen müssen, sondern für die tatsächlich erbrachten Arbeiten auch vergütet werden.

Das war mein Anreiz als ich mich der Digitalisierung gewidmet habe. Die physische Leistung auf der Baustelle, die unsere Jungs jeden Tag erbringen, indem sie ein Meter Kabel in die Wand legen oder einen Stein auf den anderen stellen, soll digital erfasst werden. Die Leistungsstände sollten aktuell sein und der Kalkulation dienen.

Nachdem ich zahlreiche Lösungen ausprobiert habe und Probemonate für ein ganzen Leben abgeschlossen habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen, selbst etwas zu entwickeln und gründete, gemeinsam mit Daniel Grube, wirbauen.digital. Durch die Leistungen des gesamten Teams ist ein digitales Werkzeug für die Bauausführung entstanden.

Mein Motto dabei: Vom Handwerker für den Handwerker! Meine Handwerker haben fleißig getestet und Funktionen mitentwickelt, sodass wir alle Funktionen auf der Baustelle im Praxistest geprüft haben.

Erfassung der Daten rund ums Bauprojekt

Auf der Baustelle fungiert unsere Smartphone-App als zentraler Ort der Datenerfassung. Arbeitszeiten, Fotos, Leistungen und Tagelohnarbeiten werden auf Projektebene erfasst.

Über die intuitive Benutzeroberfläche werden Fortschritte direkt innerhalb des importierten Leistungsverzeichnisse dokumentiert und alle Positionen können vollständig eingesehen werden.

In der Web-App erhalte ich als Unternehmer jederzeit einen Überblick über meine Bauprojekte und deren aktuellen Status. In der Detailansicht werden nicht nur erfasste Leistungen und Arbeitszeiten angezeigt, sondern auch der aktuelle Projektumsatz, beteiligte Mitarbeiter sowie Fotos mit Kommentaren. Der Gesamtfortschritt kann bis zur untersten Leistungsposition aufgeschlüsselt werden. Alle erfassten Daten sind einfach teilbar und exportierbar.

Software spielerisch einführen

Während das Team von wirbauen.digital für den technischen und betriebswirtschaftlichen Ablauf verantwortlich ist und die neuen Funktionen kontinuierlich weiterentwickeln, behalte ich den Überblick als Handwerker. Die Software soll schließlich die Sprache der Baustelle sprechen! Die kontinuierlichen Anwendungshinweise aus der Praxis habe ich nämlich meinen Mitarbeitern zu verdanken, welche die ersten Probanden auf der Baustelle sind. Durch ihre Ehrlichkeit und Neugier ist es möglich, eine Software für die Bedürfnisse aller Handwerker zu entwickeln.

Das Ganze habe ich als Art kleinen Wettbewerb in meinem Unternehmen eingeführt. Welche Kolonne schießt wohl zum Beispiel die meisten Fotos im Jahr? Den Mitarbeitern war freigestellt, ob sie ihre Arbeit digital oder per Hand dokumentieren möchten. Aber nachdem diejenigen mit dem Smartphone in der Hand schon fertig daneben saßen, wurde auch bei den Skeptikern die Neugier geweckt. Mit diesem Prinzip sind nicht nur meine Mitarbeiter auf der Baustelle zufriedener, weil sie einfacher dokumentieren können, sondern auch ich und meine Mitarbeiter im Büro, denn wir bekommen alle aktuellen Fortschritte live mitgeteilt und müssen nicht jedem Zettel hinterherlaufen. Die Dokumentation mit Bildern und Leistungsfortschritten, zugeordnet zu jedem Bauprojekt, spart das spätere Zusammensuchen von Informationen. So gehen keine wichtigen Bilder oder Informationen verloren.

Auch wenn jede Umstellung mit Herausforderungen einhergeht, zeigt die Lösung von wirbauen.digital, dass eine Digitalisierung des Handwerks möglich und notwendig ist, wobei die gemeinsame Entwicklung mit den Handwerkern das Fundament bildet.
 

Über Lukas Büdenbender

Lukas Büdenbender ist gelernter Dachdecker und Gesellschafter der Büdenbender Dachtechnik GmbH in Siegen. In der 4. Generation übernahm er im Jahr 2020 das Familienunternehmen von seinem Vater.

Darüber hinaus gründete er gemeinsam mit Daniel Grube das Unternehmen wirbauen.digital GmbH mit dem Ziel, eine Software für die vollständige digitale Baudokumentation insbesondere für das Handwerk zu entwickeln.

Lukas Büdenbender (rechts) mit seinem Vater Rainer Büdenbender.

Weitere Infos:

Homepage: Büdenbender die Dachdeckermeister: https://www.gutgedacht.de/

Homepage: wirbauen.digital:
https://www.wirbauen.digital/

 

Loading