Auf die Haltung kommt es an


Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeiter steigert die Qualität der Arbeit und damit auch die Produktivität. Wer sich und seine Mitarbeiter schonen und vor schmerzhaften Problemen oder sogar dauerhaften Schäden schützen möchte, kann bereits mit kleinen Maßnahmen sinnvolle Erleichterung schaffen. Oft haben kleinste Veränderungen eine große Wirkung.

Wer auf der Baustelle tätig ist, arbeitet meist im Stehen, genau das Gegenteil trifft auf die Kollegen aus dem Büro zu: stundenlanges Sitzen und monotone Tätigkeiten. Trotzdem klagen beide Beschäftigungsgruppen oft über ähnliche oder die gleichen körperlichen Probleme. Ein durchdachter Arbeitsplatz „drinnen, wie draußen“ kann Beschwerden der Arbeitnehmer vorbeugen.

Gesundes arbeiten – drinnen, wie draußen

Zu den grundsätzlichen Kriterien für einen Ort, an dem es sich angenehm arbeiten lässt, gehören:

  • möglichst geringe Lärmbelästigung
  • ausreichend Licht, Drinnen idealerweise warmweißes LED-Licht, dass die Augen schont
  • ein wohl temperierter Arbeitsbereich mit reichlich Frischluftzufuhr
  • ergonomisches Arbeiten
  • eintönige und routinierte Tätigkeiten sollen ergonomisch korrekt ausgeführt und ab und zu mal verändert werden

Langes Stehen ist ungesund

Durch stundenlanges Stehen wird die Wadenmuskulatur wenig betätigt, was einen Risikofaktor für Venenleiden darstellt. Die Bandscheiben, ein Puffer zwischen den Wirbeln, schrumpfen und die Wirbelgelenke werden überlastet. Durch die mangelnde Bewegung steigt bei Arbeitnehmer*innen das Risiko für Herzkrankheiten.

Knien fördert Arthrose

Wird das hochkomplexe Kniegelenk arbeitsbedingt durch Knien oder Hocken zu stark belastet, kann es im Laufe der Zeit schleichend erkranken und zu einer Arthrose des Kniegelenks (Gonarthrose) führen.

Sitzen ist das neue Rauchen

Durch langes Sitzen fährt der Stoffwechsel runter und die Gefahr für Verkalkungen der Herzkranzgefäße und Diabetes steigt. Fehlhaltungen führen zu Rücken- und Nackenschmerzen.

 

Tipp: Wer viel steht, öfter mal hinsetzen. Wer viel sitzt, öfter mal aufstehen. Für beide gilt: So oft es geht, den ganzen Körper in Bewegung bringen und Dehnübungen einbauen.

Maßnahmen beim Stehen

Rückenprobleme beginnen oft im Fuß: Der Schuh sollte, neben einer bequemen Passform mit Fußbett, eine stoßdämpfende Sohle haben. Wo möglich, sollte im Büro eine Stehhilfe (ein Hocker mit kleiner Sitzfläche in Höhe des Gesäßes im Stehen, diese fangen bis zu 70 Prozent des Körpergewichts ab und entlasten somit) zum Einsatz kommen. Steh-Tische sollten individuell an die Größe der Beschäftigten angepasst sein, die Höhe der Arbeitsfläche ist optimal, wenn die Unterarme locker darauf liegen können.

Hilfen zum Knien

Vormontagen sollten möglichst in ergonomischer Arbeitshöhe gemacht werden. Hilfsmittel wie Knieschutzhosen mit Einlegepolster oder ein am Unterschenkel angebrachter Kniesitz, auf dem man auch sitzen kann und damit zugleich den Rücken entlastet, hilft. Durch Knieschützer entfällt der direkte Kontakt zu kalten und harten Böden, der auf die Schleimbeutel einwirkende Druck wird gleichmäßiger verteilt.

Tipp: Das „Kniekolleg“ ist ein individuelles und kostenloses Programm für das Baugewerbe. Es trägt entscheidend dazu bei, dass sich Kniebeschwerden bessern oder nicht weiter verschlimmern.

Freiheit beim Sitzen

Auch Handwerker:innen bleibt oft die Arbeit am Schreibtisch nicht erspart: Büroarbeit, Buchhaltung und Rechnungen müssen erledigt werden. Hier ist es sinnvoll den Arbeitsplatz entsprechend ergonomisch vorzubereiten und sich selbst entsprechend zu positionieren.

Unter dem Schreibtisch sollte ausreichend Platz für die Beine sein, die Oberschenkel dürfen die Tischunterseite nicht berühren und es sollte Platz zum Ausstrecken der Beine sein.
Die Höhe des Schreibtischs und die Höhe des Schreibtischstuhls müssen zueinander und zur Körpergröße des Nutzers passen.
Ober- und Unterarme sollten bei normaler Sitzposition einen Winkel von mindestens 90 Grad zur Arbeitsfläche bilden.
Ober- und Unterschenkel sollten bei normaler Sitzhaltung ebenfalls einen Winkel von mindestens 90 Grad bilden.

Sitzen

  • Sitzhöhe: die Sitzhöhe, ungefähr in Kniehöhe
  • Sitztiefe: fester Kontakt zur Rückenlehne
  • Armauflage: die Armauflagenhöhe ungefähr in Ellbogenhöhe
  • Rückenlehne: die Wölbung in Höhe der Lendenlordose, also ungefähr auf Gürtelhöhe
  • Rückstellkraft der Rückenlehne: die Rückenlehne stützt den Rücken in jeder Lage und macht die Bewegung des Oberkörpers mit

Arbeitstisch

  • Ausreichende Höhe (72 cm)
  • Mindestens Arbeitsfläche von 160 cm x 80 cm
  • Drucker und andere vibrierende Geräte stehen auf einem separaten Tisch
  • Beinfreiheit
  • Reflexionsreduzierte Oberfläche
  • Gegebenenfalls neigbar

Nur nicht still sitzen

Verstellbare Tische, die sich auf Stehhöhe hoch fahren lassen, verkürzen die täglichen, langen Sitzzeiten. Wer am Schreibtisch nicht zwischen stehen und sitzen abwechseln kann, sollte auf einen ergonomischen Stuhl plädieren: Höhenverstellbare Rückenlehne, Lordosenstütze für den unteren Rücken, Sitzfläche in Höhe und Tiefe verstellbar. Ein Sitzball fördert die Rückenmuskulatur, da ständig aktiv gesessen werden muss. Wem der Sitzball zu riskant und platzraubend ist, der setzt auf einen gefederten Hocker.

Grundsätzlich gilt, wer in Bewegung bleibt und eintönige Tätigkeiten immer mal wieder unterbricht oder verändert, lebt und arbeitet gesünder.

 

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